Zwischen zwei Welten
Meine Gastfamilie hatte beschlossen, Thanksgiving nicht so zu feiern, wie die meisten Amerikaner das machen. Normalerweise kommt die ganze Familie zusammen, es wird gemeinsam gekocht und den ganzen Tag gegessen. Aber die Familie von meinem Gastdad wohnt in Buffalo und die von meiner Gastmom in South Carolina, und meine Gastmutter musste die nächste Woche auf einen Worktrip, weswegen sie wenig Lust hatte, eine größere Reise für vier Tagen zu unternehmen. Jaaa - ich war am Anfang echt deswegen ein wenig enttäuscht, weil ich mich auf ein großes Festessen gefreut habe. Aaaaaber - am Ende war es trotzdem ein mega schöner Tag.Zwar hat sich unsere Planung am Tag davor dreimal geändert - bis wir dann endlich beschlossen haben, zu einem Thanksgiving Brunch in das Lieblingsrestaurant meiner Gastfamilie in Downtown Philadelphia zu gehen. Und wooow - war das ein Buffet! Es war ein richtiges Edelrestaurant, mit offener Küche, in dem das Buffet teilweise drinne war, jede Abteilung hatte einen extra Koch, der dir dein Gericht vor deinen Augen vorbereitet hat oder dir dein Essen auf dem Teller arrangiert hat. Im Essensraum war das Buffet an Vorspeisen und Fisch - jaaa natürlich mit einer Eisskulptur, fünf verschiedenen Sorten Kavier, kleinen, kunstvollen drapierten Häppchen, die auf Echtholzplatten portionsweise arrangiert waren.
Es gab ungefähr alles - wirklich! Es war ja morgens um 11, deswegen fing es an bei Frühstücksgebäck, wie Waffeln, Pancakes, Muffins, Scones, süße Pastries; dann ging es weiter bei dem Fischbuffet mit der Eiskulptur, Shrimps, Kavier und Sushi, dann den Vorspeisehäppchen mit den seltsamsten aber leckersten Kombinationen; hinzu der Hauptspeise natürlich für Thanksgiving mit Truthahn, aber auch Lachs, verschiedene Fleischsorten, vier verschiedene Fillings für den Truthahn, acht verschiedene Beilagen, Wurst und Käseplatten - und dann das Dessert! Da hat natürlich der Schokobrunnen nicht gefehlt, vier verschiedene Piesorten, Eismaschine, Kuchen, Häppchen, Parfait, Breadpudding - und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gerade nur die Hälfte aufgezählt habe. Es war super lecker!
Danach haben wir einen kleineren Verdauungsspaziergang in dem Park vor dem Hotel gemacht, bei wunderschönem Wetter und Sonnenschein. Natürlich gab es auch ein Autodienst, so richtig mit Schlüssel abgeben und Butler, der dir dein Auto holt - nachdem es da war ging es ab in den Botanischen Garten - Longwood Gardens! Da war ich zwar schon einmal, aber diesmal gab es eine Lightshow - was genau an diesem Tag eröffnet hat für Weihnachten. Der ganze Garten wurde mit Lichterketten geschmückt, auf verschiedensten Wegen!
Es war ein bisschen wie in einer anderen Welt - nicht wirklich real und ein bisschen zeitlos. Kann man nicht so gut beschreiben, muss man erlebt haben. Es war wirklich einfach atemberaubend - klar bin ich schon von einer einfachen Lichterkette komplett begeistert - aber es war echt einfach mega schön, der perfekte Einstieg in die Weihnachtszeit, obwohl mir jetzt schon die Weihnachtslieder zum Hals raushängen - dafür kann ich jetzt ohne Ende Plätzchen backen!
Abends bin ich dann zu einem anderen Au Pair in meiner Nachbarschaft gegangen, es haben sich dort seit Nachmittag ein paar Au Pairs getroffen, die nicht mit ihrer Gastfamilie gefeiert haben. Sie hatten auch einen Truthahn und gaaanz viel selber gemachtes Essen. Aber es war trotzdem schön nochmal zusammen in der Küche zu stehen und zu quatschen und den Tag ausklingen zu lassen, und vielleicht doch noch den einen oder anderen Bissen Dessert zu genießen.
Habt es schön!
Anna
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